Grenzen der
Interaktivität |
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| Zur Systematik der Konferenz | |
| Der Begriff der "Interaktivität" wird zumeist entlang eines komplexen
Gefüges unterschiedlicher Dimensionen als "Möglichkeitsraum" beschrieben. Die
inhaltliche Gliederung der Konferenz folgt dieser Konstruktion: im Rahmen von vier
Themenforen, die jeweils eine Interaktivitätsdimension im Fokus haben, sollen wesentliche
theoretische Grundannahmen ebenso wie empirische Fallbeispiele vorgestellt, geprüft und
diskutiert werden. Den Themenforen vorgelagert ist die Konferenzeröffnung am Donnerstag (13.11.2003). Den Auftakt macht eine Führung von Albrecht Beutelspacher durch das mathematikum unter dem Titel "Interaktive Exponate", den inhaltlichen Start markieren die Abendvorträge "Fanzines und Flohmärkte - Die kulturelle Dynamik des Internet und seiner Vorläufer" von Diedrich Diederichsen sowie "Frei wie in Freiheit - " von Armin Medosch. Weiter führende Materialien befinden sich auf der ZMI-Website. |
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Dimension Technik |
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Im Fokus steht hier vor allem die technologische Ebene: Wird die Möglichkeit zur Interaktivität bereits in durch die spezifische Konstruktion von Medienanwendungen vorausbestimmt? Wo liegen die Qualitätsunterschiede einzelner "Interaktivitätsformen" und welche technologischen Entwicklungspfade versprechen mehr, welche weniger Interaktivität? Das Forum behandelt diese und weitere Fragestellungen vor dem Hintergrund der Diskussion um E-Learning und thematisiert dabei den gegenwärtigen Stand und die zukünftige Entwicklung "multimedialer Bildungsräume". Dabei soll zunächst ein
technologie-orientierter Beitrag "interaktive Elemente" aktueller Lehr- und
Lernumgebungen beschreiben sowie künftige Entwicklungspfade aufzeigen, auch mit Blick auf
die Diskussion um "virtuelle Hochschulen". Diesen Beitrag übernimmt |
Des
weiteren ist eine medienpädagogisch orientierte Stellungnahme zur Zukunft von
"Bildungsräumen" vorgesehen. Aus einer bildungstheoretischen Perspektive sollen
die Veränderungen typischer Bildungsinstitutionen (z.B. Klassenverband, Seminar, Schule,
Hochschule) skizziert werden. Entscheidend sind hierbei die möglichen Folgen einer
Entwicklung, die zunehmend auf die technische Ermöglichung von
"Interaktivität" als Motor für Bildungsinnovationen setzt. Hierfür konnten Prof.
Dr. Winfried Marotzki (Otto-von-Guericke-Universtität Magdeburg) und Dr.
Susanne Offenbartl (Hessisches Telemedia Technologie Kompetenz-Center) gewonnen
werden. Die Rolle des Discussant soll eine Verknüpfung zwischen technischem Hintergrund und bildungstheoretischen Ansätzen herstellen. Diese Aufgabe übernimmt Claudia Bremer (Johann-Wolfgang-Goethe- Universität Frankfurt/Main), die auf theoretische wie praktische Erfahrungen mit der Konzeption, Organisation und Durchführung "interaktiver Bildungsveranstaltungen" zurück greifen kann. Zur Materialsammlung auf der ZMI-Website. |
Dimension Verfahren |
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In Abgrenzung zur Technik-Dimension zielt die Prozess- und Verfahrensebene stärker auf die Verflechtung und Verkoppelung unterschiedlicher Medienumgebungen sowie komplexere Strategien der Mediennutzung: Ob und wie können scheinbar "alte" Medien interaktiv genutzt und modernisiert werden? Inwiefern eröffnen "Medienbrüche" besondere Chancen für die Realisierung "interaktiver Potenziale"? Ein Pol der Diskussion stellt der Sicherheitsaspekt bei der Modernisierung von Verwaltungsverfahren dar - es entstehen neue Formen von Datensammlungen, die strukturell traditionellen Aktenpaketen ähneln, die aber leichten den befugten und möglicherweise auch unbefugten Zugrfif erlauben sollen. |
Die
Grenzen zwischen digitalem Bürgerservice und mediengestütztem Überwachungsstaat
scheinen dabei fließend zu sein. Christiane Schultzki-Haddouti (freie
Journalistin, Bonn) geht in ihrem Beitrag sowohl auf aktuelle Tendenzen staatlicher
Überwachungsstrategien ein und zeigt auch Möglichkeiten zur Vermeidung von
"Datenspuren" auf. Den zweiten Hauptvortrag des Panels hält PD Dr.
Markus Möstl (München/Bayreuth), der die Notwendigkeiten und Zwänge
staatlicher Sicherheitspolitik erläutern wird. Die Rolle des Discussant wird Prof. Dr. Thomas Groß (Justus-Liebig-Universität Gießen) übernehmen. Zur Materialsammlung auf der ZMI-Website. |
Dimension Inhalt |
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Die Fokussierung auf Medieninhalte bzw. transportierte Nachrichten verschiebt abermals die Perspektive auf den Begriff der Interaktivität: im Mittelpunkt stehen hier neue Formen der Inhaltsgestaltung und -vermittlung. Was sind "interaktive Texte", wie und von wem werden sie produziert? Welche Textformen erlauben überhaupt die Realisierung interaktiver Medienumgebungen? Das Forum diskutiert diese und andere Fragestellungen entlang aktueller Formen und Formate der Inhaltsproduktion im Internet. Dabei ist zunächst eine nähere Auseinandersetzung mit der Veränderung des Begriffs der "Autorenschaft" unter den Bedingungen digitaler, interaktiver Kommunikationsumgebungen vorgesehen. |
Am Beispiel so genannter "Mitschreibeprojekte" wird Dr. Roberto Simanowski (Providence/Rhode Island) wesentliche Charakteristika der Inhaltsproduktion und -rezeption im Internet beschreiben. Darauf aufbauend charakterisiert Prof. Dr. Rainer Kuhlen (Universität Konstanz) innovative Prozesse einer digitalen Wissensproduktion, die inzwischen stark von automatisierten Informationssystemen oder intelligenten Agenten geprägt ist. Die Rolle des Discussant übernimmt Prof. Dr. Hans-Jürgen Bucher (Universität Trier), der mit einer Beschreibung der interaktiven Potenziale von Tageszeitungen einen zusätzlichen empirischen Einblick liefert. Zur Materialsammlung auf der ZMI-Website. |
Dimension Nutzer |
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Bisherige Überlegungen zum Thema haben den Bereich der Rezipienten weitest gehend außen vor gelassen "Interaktivität" existiert vornehmlich als ein produktions-, inhalts- oder übertragungs-orientiertes Konzept. Der Blick auf die tatsächlichen Einwirkungsmöglichkeiten auf Kommunikationsvorgänge durch die daran Beteiligten erschließt eine weitere Dimension von Interaktivität: Wer ist Sender, wer ist Empfänger? Welche Rollen können im Kommunikationsprozess übernommen werden? Wie ist die Machtverteilung zwischen den Beteiligten geregelt? Das Forum diskutiert diese und andere Fragestellungen im Spannungsfeld von politischen und ökonomischen Nutzungsvorgängen neuer Medien. Zentrale Akteure sind dabei vernetzte Bürger als Vertreter politischer Meinungsäußerungen einerseits und zunehmend rational kalkulierende Konsumenten, die die Möglichkeiten neuer Medien innovativ nutzen und ausweiten. |
Dabei soll Prof. Dr. Gerhard Vowe (Technische Universität Ilmenau) ausgehend von empirischen Studien zum Mobilisierungspotenzial des Internet Hinweise zu den Chancen interaktiver politischer Online-Kommunikation geben. Die wirtschaftlichen Aspekte avancierter Mediennutzung werden in einem Beitrag von Konrad Lischka (Journalist und Autor, München) anhand "tauschökonomischer" Prozesse beschrieben. Die Rolle des Discussant soll die Thematik des Forums mit weiteren Beispielen der politischen Internet-Nutzung ergänzen und dabei auch technologische Entwicklungen (z.B. W-LAN) berücksichtigen. Diesen Beitrag übernimmt Armin Medosch (Autor und Kurator, London). Zur Materialsammlung auf der ZMI-Website. |
Elektronisches Publizieren |
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Der dritte Tag der Konferenz "Grenzen der Interaktivität" befasst sich aus einer stärker praxisorientierten Perspektive mit den Konsequenzen Neuer Medientechnologien für Journalismus und wissenschaftliche Publikationstätigkeiten. In beiden Fällen haben sich die Arbeits- und Produktionsweisen längst verändert, zudem sind neue Angebote und Nutzungsstrukturen entstanden, die meist unter dem Label des "Elektronischen Publizierens" zusammengefasst werden. Ob die vielen Angebote zwischen "E-Paper", "Weblog" oder "Online-Bibliothek" tatsächlich ihren Ruf als "interaktive Medienwelten" verdienen, ist nicht immer klar. In zwei Gesprächsrunden sollen künftige Entwicklungen skizziert und diskutiert werden. Zur Materialsammlung auf der ZMI-Website.
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Print plus X - Was kommt nach dem Zeitungssterben? Zunächst stellen Vertreter erfolgreicher Online-Publikationsformate ihre eigenen Projekte und Strategien vor und schildern dabei ihre konkreten Erfahrungen mit den viel beschworenen "medialen Umbrüchen und Umwälzungen" bei der Herstellung, Verteilung und Nachfrage ihrer Angebote. An diesem Panel beteiligen sich Thierry Chervel (Redaktion perlentaucher.de), Joachim Widmann (Stellvertretender Chefredakteur netzeitung.de), Florian Rötzer (Chefredakteur Telepolis Online) und Fiete Stegers (Mitherausgeber onlinejournalismus.de). Die Moderation des Panels übernimmt Harry Nutt (Frankfurter Rundschau). |
Science
plus X - Wissenschaftliches Publizieren 2.0 Im zweiten Teil des Vormittags werden speziell die Perspektiven des wissenschaftlichen Publizierens unter den Bedingungen neuer Medien erörtert - zu Wort kommen dabei sowohl etablierte "Player" aus der Verlagsbranche wie auch neu formierte Anbieter, die im akademischen Teil des Internet bereits ein festes Publikum gefunden haben. An der Diskussion wirken mit Dr. Judith Wilke-Primavesi (Lektorin, Campus Verlag), Richard Zinken (Chefredakteur wissenschaft-online) und Dr. Rüdiger Hohls (Projektleiter H|Soz|u|Kult). Die Moderation des Panels übernimmt Stefan Münker (Autor und Redakteur für die Sendung "nachtstudio", ZDF). |
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Am Samstag Nachmittag erhalten im Rahmen eines Ph.-D.-Panels vier PromovendInnen die Gelegenheit erste Resultate aus ihren Promotionsprojekten vorzustellen. Die Hans-Böckler-Stiftung ermöglichte die Ausschreibung so genannter "Konferenzstipendien", die an die Präsentation eigener Projekte geknüpft war. Eingeladen wurden Alexandra Manske (TU Berlin), Benjamin Burkhardt (JLU Gießen), Malte Krückels (Berlin/Univ. Dortmund) und Matthias Trénel (Wissenschaftszentrum Berlin). Moderiert wird das Panel von Dr. Eike Hebecker (Hans-Böckler-Stiftung/ZMI). Zur Materialsammlung auf der ZMI-Website. |
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(C) Justus-Liebig-Universität Gießen, 2003